Ulme Rüster

Ulme Rüster

Die Ulme ist ein besonderer Baum, welcher inzwischen recht selten geworden ist. Ihr Holz wird im Fachchargon Rüster genannt.

Eigenschaften des Ulmenholzes, Rüster

Das gefällte Ulmenholz wird Rüster genannt. Die Farbe des Holzes der Ulme hat einen warmen rötlichen Ton. An manchen Stellen kann er auch mehr in das dunkel-bräunliche gehen. Die in Streifen angelegten großen Holzporen (ringporig) geben dem Rüsterholz ein natürlich lebendiges Aussehen. Die Ringporigkeit hat die Ulme mit Esche und Eiche gemein.
Die Holzfasern sind sehr lang, weshalb Rüster biegsam und äußerst elastisch ist. Es ist u.a. zum Bau von Sportbögen sehr geeignet. Ebenso wurde es zum Wagen-, Schiffs- und Wasserbau verwendet. Rüster lässt sich schwer spalten und bearbeiten, da es zum Ausreißen neigt. Trotzdem wird es heute gerne im Möbelbau zum Herstellen von Stühlen, Tischen und Schränken verwendet. Der Einsatz moderner Maschinen erleichtert die Bearbeitung wesentlich.

Im feinen Möbelbau findet das Holz der Ulme für Tische, Stühle und Schränke immer wieder Anwendung und wird für seine lebendige, warme Ausstrahlung sehr geschätzt.

Botanik

Die Ulme kommt in weiten Gebieten Mittel-, Süd-, und Osteuropas vor. Die Berg-Ulme (Ulmus glabra) ist vor allem im Hügel- und Bergland an zu treffen, wogegen die Feld-Ulme (Ulmus minor) in tieferen Lagen zu finden ist. Die Flatter-Ulme (Ulmus laevis) ist ein Baum der Auen. Auenwälder sind recht selten geworden. Rester von ihnen befinden sich entlang von Flüssen, die noch nicht gänzlich begradigt und reguliert wurden. An Elbe, Rhein und Donau ist dies hier und da noch der Fall.

Die Blütezeit der Ulmen ist sehr früh im März. Die kleinen rötlichen Kügelchen sitzen bei der Berg- und Feldulme zu vielen eng am Ast. Bei der Flatter-Ulme sind sie noch unscheinbarer in rötlichgrün. Bei ihr sitzen sie an einem kleinen Stiel.
Die Blüten sind einhäusig und zwittrig. Sie werden vom Wind bestäubt.

Noch vor dem Laubaustrieb enstehen aus jeder Blüte eine einsamige Frucht. Diese haben hellgrüne Flügel, welche ebenfalls Fotosythese betreiben können. So ist die schnelle Fruchtreife noch vor dem Blätteraustrieb zu erklären.
Bei der Berg- und Feld-Ulme sind die Früchte kurzgestielt beziehungsweise sitzend, so wie es die Blüten vorher auch schon waren.
Wogegen die Früchte der Flatter-Ulme lang gestielt sind. Wenn der Wind in die Flügel der Früchte fährt, dann bewegen sich diese schnell hin und her. Daher der Name dieser Art. Der Samen ist bei der Flatter-Ulme ebenso grün, wie die ihn umgebenden Flügel, wogegen der Samen bei Berg- und Feld-Ulme braun ist.

Die Blätter der Ulme sind wechselständig angeordnet und bis zu 16 cm lang. Die Flatter-Ulme hat mit höchstens 12 cm etwas kleinere Blätter. Ihre Form ist eiförmig und vorne spitz. Bei allen Ulmenarten ist der Blattgrund asymmetrisch. Das heist, der untere Blattrand sitzt auf der einen Seite tiefer am Blattstiel wie sein Gegenüber.
Die Blätter der Berg-Ulme sind an einigen bis vielen Blättern dreispitzig und an der Oberseite sehr rau behaart.
Die Blätter der Flatter-Ulme weisen in der oberen Blatthälfte keine gegabelten Hauptnerven auf, wogegen diese bei den beiden anderen Ulmenarten immer zu finden sind.

Ein weiters Unterscheidungsmerkmal der Ulmenarten untereinander sind die auffallenden Brettwurzeln bei alten Exemplaren der Flatter-Ulme. Diese brettartigen Auswüchse an der Basis des Stammes sollen die Standsicherheit bei feuchtem und morastigem Boden erhöhen. Jedoch tritt diese Eigenart bei der Flatter-Ulme auch an trockenen Standorten auf. Außerdem ist ihr Stamm oft mit zahlreichen Wasserreißern versehen. Das sind junge Stammaustriebe. Bei anderen Baumarten treten sie gewöhnlicherweise nur in Notsituationen auf.
Die Zweige der Feld-Ulme hingegen sind oft mit auffallenden Korkleisten versehen.

Die Ulme gehört ebenso wie die Buche und Linde zu den Übergangsbaumarten. In jungen Jahren sind sie relativ schattentolerant. Das erleichtert ihr Aufwachsen in bestehenden Auenwäldern und alten Parkanlagen. Ihre Zweige wachsen zunächst waagerecht, um möglichst viel Sonnenlicht zu erhaschen. Bei ausreichender Belichtung richten sie sich anschließend auf. Die Ulmen werden schnell große Bäume. Sie bilden keine dichten Wälder, sondern eher lichte Haine.
Ihr Höchstalter beträgt 150 bis 300 Jahre. Sie erreichen eine Höhe von 30 bis 40 Meter. Die Flatter-Ulme kann Stammdurchmesser von nahezu zwei Metern erreichen, die Berg-Ulme ca. 1,5 m und die Feld-Ulme bleibt mit ca. 0,8 m Stammdurchmesser am schlankesten.
Die Rinde ist bei älteren Bäumen eine dunkelgraue Netzborke.

Zuweilen werden die Ulmen auch als Heckengehölz angepflanzt. Die Ulme wird oft mit der Buche verwechselt, da die ovale Blattform mit den kleinen Spitzen Ähnlichkeit mit denen der Buche hat.

Die Ulmenkrankheit

Seit etwa den zwanziger Jahren des letzten Jahrhunderts  wird die Ulme von einer Pilzkrankheit heimgesucht. Diese wird durch den Ulmensplintkäfer übertragen. Am meisten betroffen sind die Berg-Ulme (Ulmus glabra) und die Feldulme (Ulmus minor), weshalb ihre Bestände stark abgenommen haben. Die Flatter-Ulme (Ulmus laevis) ist gegenüber dem „Ulmensterben“ weniger anfällig, da sie über eine bessere Resistenz verfügt. Sie hat in der Borke Inhaltsstoffe, welche von dem Käfer weniger gemocht werden. Außerdem macht der Ulme der sinkende Wasserspiegel zu schaffen, da das Regenwasser kanalisiert zu schnell abgeleitet wird. Besonders das Lebensumfeld der Flatter-Ulme, die Auen, ist stark zurückgegangen. Dies hat zudem zu einer Dezimierung dieser Art geführt .
Früher war die Ulme ein Alleebaum, oder ebenso wie die Linde als beeindruckender Solitärbaum der Mittelpunkt des Dorfes. Heute ist sie eher an feuchten Berghängen und in gut durchfeuchteten Böden zu finden.

Etwas wiederstandfähiger gegen das Ulmensterben hat sich eine Kreuzung zwischen Feld- und Berg-Ulme erwiesen, die holländische Ulme, Ulmus x hollandica. Sie wird heute am häufigsten angepflanzt.

In der Großstadt Amsterdam ist vor allem die Flatter-Ulme ein oft an zu treffender Stadtbaum. Nahezu jeder neunte Baum in Amsterdam ist eine Ulme. Möglich macht dies eine Art Impfung der Bäume gegen die Krankheit, sowie eine gute Baumpflege.
Außerdem erweist die Auenwald-Baumart Flatter-Ulme eine erstaunliche Anpassungsfähigkeit gegenüber einem stark schwankenden Wasserhaushalt. Der Umgang mit Trockenzeiten und Überflutungen liegt ihr in den Genen. So ist sie in der Lage im städtischen Bereich und in Vorgärten zu überleben.

Wie schon weiter oben angedeutet war die Ulme in früheren Zeiten in Mitteleuropa und Skandinavien ein häufiger und bedeutender Baum. Oft wurde er als Schutzbaum auf Bauernhöfen angepflanzt, markierte die Mitte des Dorfplatzes oder andere bedeutende Landmarken.
Bei den alten Griechen war er Symbol der Trauer und schmückte die Todenhaine.

Es besteht die Hoffnung, dass die Flatter-Ulme und resistentere Sorten den Fortbestand dieser schönen Baumart sichern können.

Bergulme

Hier sehen sie Fotos der Bergulme Ulmus glabra, auch Weiß-Rüster genannt. Gezeigt wird das Erscheinungsbild des Baumes, sowie die Rinde, Borke und die Blätter.

Eine Zusammenstellung einheimischer Holzarten finden sie hier: 
Holz vom einheimischen Baum

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