Wacholder
Der Gewöhnliche Wacholder Juniperus communis gehört in die Familie der Zypressengewächse (Cupressaceae). Der vielgestaltige Strauch ist eine in Deutschland auf natürliche Art vorkommende Zypresse. Er wächst vor allem in karken Heidelandschaften und benötigt viel Licht zum wachsen.
Das natürliche Vorkommen ist in den meisten Bundesländern stark gefährdet bzw. vor dem Aussterben bedroht.






Eigenschaften des Wacholderholzes
Das Holz des Wacholder Juniperis communis ist langsam, feinjährig und dicht gewachsen. Somit ist es auch ein wenig schwerer wie z.B. Fichtenholz. Die Rohdichte von Wacholder beträgt in etwa 500 bis 550 kg pro Kubikmeter.
Das breite Splintholz ist hell, etwas gelblich. Das Kernholz hingegen rötlich-braun bis leicht violett. Die Spätholzjahrringe zeichnen sich gut sichtbar etwas dunkler ab. Die Holzmaserung ist lebendig gewachsen. Dunkelbraun bis schwarz sind viele kleine Äste zu sehen, oft nur ein bis zwei Millimeter groß.
Das Holz duftet charakteristisch würzig und angenehm gut, enthält jedoch kein Harz. Es wird gerne zum räuchern von Fleisch, Fisch oder Käse verwendet.
Das Wacholderholz lässt sich gut verarbeiten. Für Drechslerarbeiten und in der feinen Möbeltischlerei findet es Verwendung.



Botanik
Der einheimische Wacholder ist eine lichtbedürftige Pionierbaumart mit wenigen Ansprüchen an den Boden. Er kommt auf Heiden, Sandfluren, Magerwiesen und in lichten Nadelmischwäldern vor. Sein Verbreitungsgebiet erstreckt sich vom Süden Grönlands, den Küsten des Eismeeres bis in den Süden nach Spanien. In Nordamerika ist er ebenso an zu treffen wie in den Alpen bis zu einer Höhe von 3700 Metern. Somit ist er das am höchsten vorkommende Gehölz in Europa.
Entsprechend seiner weiten Verbreitung ist der Wacholder ein vielgestaltiger Strauch oder kleiner Baum. In den hohen Bergen wächst er als Bodendecker und in Tieflagen auf karken, trockenen Böden in zypressenartiger Gestalt. Seltener tritt er in baumartiger Wuchsform auf. Dann ist sein Stamm meist nur bis in eine Höhe von zwei Metern unbeastet und zudem oft drehwüchsig. Er kann maximale Höhen von 10 bis 15 Metern und einen Stammdurchmesser von maximal 25 cm erreichen. Mit einem möglichen Alter von 500 Jahren (selten bis zu 1000 Jahre) gehört er zu den langlebigen Baumarten.
Aus forstwirtschaftlicher Sicht hat der Wacholder kaum Bedeutung. Jedoch als Stadtgehölz erweist er sich unempfindlich gegenüber dem stätischen Klima. In Gärten und Parkanlagen wird er gerne angebaut. Er ist sehr schnittverträglich.
Die immergrünen Nadeln ermöglichen in wärmeren Wintern ein Weiterwachsen. Sie stehen sternförmig zu dritt am Zweig. Der gewöhnliche Wacholder besitzt ausschließlich nadelförmige Blätter. Auf der Oberseite haben sie einen weißen Streifen mit schmalen grünen Rändern. Die Nadeln bleiben drei bis vier Jahre lang am Zweig, ehe sie abgeworfen werden.
Der Wacholder ist eine zweihäusige Baumart. D.h. es kommen ausschließlich männliche oder ausschließlich weibliche Exemplare vor. Ende April entfalten sich, an kurzen Seitensprossen stehend, kaum sichtbar die Blüten. Die Bestäubung erfolgt über den Wind. Nach der Befruchtung vereinigen sich die obersten drei Fruchtblätter und wachsen zu einem kugeligen Beerenzapfen heran. Aus botanischer Sicht handelt es sich bei den Wacholderbeeren um Zapfen, da Nadelbäume Zapfen tragen.
Die Beerenzapfen sind im Herbst noch grün. Erst im Sommer des zweiten Jahres reifen sie zu fleischigen, schwarzblauen kleinen Kugeln heran. Von den Vögeln werden die Samen verbreitet.
Die Beerenzapfen werden nicht nur als Gewürz beim Kochen verwendet. Neben Ölen enthalten sie bis zu dreisig Prozent Zucker. Sie werden vergoren und destiliert. Je nach Land und Region entsteht so Gin, Borovicska, Genever oder Steinhäger. Ebenso werden sie zum Räuchern oder für Arzneimittel verwendet.
In Norddeutschland wurden die Nadeln unter den Erdgeschossdielen von Fachwerkhäusern verstreut um Mäuse ab zu halten.
Der Name Wacholder kommt nur im deutschsprachigem Raum vor und entstand im 15. Jahrhundert aus dem althochdeutschem Wort „wachal“, was so viel wie immergrün oder frisch bedeutet. Zudem gibt es im deutschsprachigem Raum bis zu 150 weitere Bezeichnungen für dieses Gehölz. So wird er auch als Machandel, Räucherstrauch, Weihrauchbaum oder Knastebusch bezeichnet.




Weitere Wacholderarten
Spanischer Wacholder Juniperus thurifera:


Baum-Wacholder Juniperus oxycedrus:



Eine Zusammenstellung einheimischer Holzarten finden sie hier:
Holz vom einheimischen Baum
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