Esche
Die Esche, lateinisch Fraxinus excelsior, ist ein stattlicher Baum. Sie wird in die Familie der Ölbaumgewächse eingeordnet. Zu dieser Familie gehören ebenso Flieder, Liguster, Forsythie und der Olivenbaum. Mit bis zu 40 Meter Höhe und Stammdurchmessern von fünf bis sieben Metern erreicht sie ein Höchstalter von 250 bis 300 Jahren. Trotz ihrer Größe und ihres recht häufigem Vorkommens wird sie oft übersehen, da sie weder auffällige Blüten noch auffallende Früchte hat. Auch eine Herbstfärbung tritt bei ihr nicht ein. Sie wirft ihre Blätter nahezu grün ab.
Auffallend sind ihre tiefschwarzen Knospen, welche bereits Ende Juli für das kommende Jahr fertig entwickelt sind.









Eigenschaften des Eschenholzes
Das Eschenholz ist ein helles Holz. Nach einiger Zeit dunkelt es etwas nach, so wie alle hellen Hölzer, die längere Zeit der UV-Strahlung ausgesetzt sind. Im Kernbereich haben ältere Bäume der einheimischen Esche oft dunklere Einlagerungen. Die gelb-braune Färbung sorgt für ein lebendiges Aussehen. Diese Eschen werden auch Olivesche oder Braunkernesche genannt. Die großen Holzporen sind streifenförmig angelegt und sorgen für eine lebendige Holzzeichnung (ähnlich wie bei der Eiche und der Ulme). Das Holz der Esche ist hart, biegsam und elastisch, weshalb es nicht nur im feinen Möbelbau Verwendung findet, sondern ein traditionelles Holz für den Bau von Sportgeräten, Ski, Schlitten, Kutschen und Fahrzeuggestellen ist.
Holzmuster Esche geschliffen und geölt
Eschenholz hat ein sehr vielfältiges und lebendiges Aussehen. Das ist der Grund, warum an dieser Stelle diesem Aspekt noch einmal besondere Aufmerksamkeit gezollt wird.
Die Esche ist ein recht helles Holz, ganz hellgelb, leicht rosa, manchmal mit einer Nuance Grau. Dieser helle, „reine“ Farbton taucht meist bei jüngeren Bäumen auf, Bäume, die nicht älter als 40 – 50 Jahre sind.
Die dunkelbraune Verkernung entsteht bei älteren Bäumen durch Oxidation. Wenn vom Baum Äste abbrechen, oder bei Verletzungen der Borke, kann in das Holz Luft eindringen. Der Sauerstoff bewirkt eine Verfärbung im Inneren des Stammes.
Man spricht in diesem Fall von einem Falschkern bzw. von einer Verkernung.
Ein „richtiger“ Kern kann nur bei Kernholzbäumen wie der Kiefer, der Eiche, oder der Robinie auftreten.
Die Verkernung der Esche sorgt für ein sehr lebendiges und attraktives Maserbild. Dies kann gezielt bei der feinen Möbelherstellung eingesetzt werden.






Eschenholz Stammware und Schnittholz
Eschenholzstämme werden im Sägewerk meist in zwei verschieden dicke Brettstärken aufgesägt. Nach dem Trocknen des Holzes kommt eine Brettdicke von 32 mm, 52 mm und 65 mm in den Handel. Diese sägerauhen Bretter sind der Ausgangsrohstoff für unsere schönen Möbel. Ein Brett von 32 mm dicke hat nach dem aushobeln und schleifen in der Regel eine Dicke von 25 mm. Für die in Rahmen gefasste Türfüllungen reicht eine Dicke von 8 bis 10 mm. Für Tischplatten eignet sich dann eine Enddicke von 40 bis 55 mm.
Stammlängen von 4 bis 5 Meter sind bei der Esche durchaus üblich.







Botanik
Die Esche ist zusammen mit der Eiche die Baumart, welche im Frühjahr als letzte ihre Blätter entfaltet. Man könnte manchmal meinen, sie sei abgestorben. Doch dann schiebt sich doch noch das zarte Grün aus den Knospen heraus. Manchmal erst Anfang Juni.
Sie bevorzugt nahrhafte Böden entlang von Fließgewässern und in Schluchten von Mittelgebirgen. Dort hat sie in jungen Jahren einen extrem schnellen Wuchs. Anfangs verzichtet sie nahezu auf Verzweigungen der Äste. Auch ältere Bäume fallen mit ihrer groben Verzweigung auf. Sie entwickeln eine sparrige und zerzaust wirkende Krone.
Die Blätter bestehen aus grünen Blattspindeln, an denen exakt gegenständig neun bis dreizehn Fiederblättchen sitzen. Die Blätter können bis zu 35 cm lang werden. Sie werden im Herbst nahezu grün abgeworfen. Da die Esche auf nahrhaften Böden wächst, hat sie es nicht nötig, im Herbst den Stickstoff aus den Blättern zu ziehen und diesen zu recyceln. Dieser Vorgang löst nämlich bei anderen Baumarten die Herbstfärbung aus.
Die Blüten erscheinen vor dem Blattaustrieb im März/April. Die reich verzweigten bräunlichen Rispen sind zweigeschlechtig. Als weitere Besonderheit kann auf manchen Bäumen das eine oder andere Geschlecht dominieren, bis dahin, dass es Bäume mit rein männlichen oder rein weiblichen Blüten gibt. Die Blüten werden durch den Wind bestäubt.
Die Früchte bestehen aus geflügelten Nüssen, welche in dichten Rispen angeordnet sind. Eine Flügelnuss ist ca. 3,5 cm lang. Sie werden über den ganzen Winter vom Wind aus der Krone bis zu 125 Meter weit getragen.
Die Samen haben eine starke Keimhemmung. Meist bleiben sie über zwei Winter auf dem Boden liegen. Dann erst ist der Embryo ausgereift und beginnt zu keimen. Sie weisen eine hohe Schattentoleranz auf. So können die Sämlinge im geschlossenen Bestand gedeihen. Die Esche wird jedoch mit zunehmendem Alter immer lichtbedürftiger, so dass sie sich im Alter zu einer Licht-Baumart entwickelt. Dann benötigt sie volles Licht.
Die Strategie der Esche ist es, anfangs sehr schnell in die Höhe zu wachsen, um eine Lücke im Kronendach zu erreichen. Schafft sie es nicht, so stirbt sie ab.
Die Esche kann ihre Blattspindeln und jedes einzelne Blatt zur Sonne hin ausrichten, um maximal das Licht auf zu fangen.
Die Rinde des Baumes ist anfangs sibergrau und glatt. Mit zunehmendem Alter wird sie schuppig und tief geforcht.
Früher wurde die Esche zusammen mit dem Feldahorn in der Niederwaldwirtschaft genutzt. Das heißt, die Bäume in der Niederwaldwirtschaft wurden regelmäßig ihrer Blätter entledigt, um diese an das Vieh zu verfüttern. Oft wurden die Herden einfach in den niedrig gehaltenen Wald getrieben, um sich satt zu fressen. Die Esche treibt sehr vital immer wieder neue Blätter aus.
In der Natur trifft man sie oft entlang von Fließgewässern zusammen mit der Erle, an Steilhängen mit Ulme und Bergahorn und natürlich auch als Solitärbaum auf Wiesen und Feldern, oder als Alleebaum.
Eine Zusammenstellung einheimischer Holzarten finden sie hier:
Holz vom einheimischen Baum








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