Fräsen von Profilen

Möbel aus Massivholz können mit verschiedenen Verzierungen hergestellt werden. Häufig sind diese an den Kanten von Massivholzplatten, oder zum Beispiel am Sockel oder Kranz eines Kleiderschrankes aus Massivholz. Hier sehen sie das Fräsen von Profilen an der Stationärfräse. Die Profilmesser der Fräse geben den Holzleisten die gewünschte Form.

Profile sind Kantenverzierungen in ganz verschiedenen Formen. Das kann eine einfache kleiner Viertelstabfräsung mit einem Radius von drei Millimetern sein, oder eine komplizierte mehrfach kombinierte Fräsung mit Auf-und Abschwüngen in verschiedenen Größen. Ergänzt können diese mit verschiedenen Kanten und Absätzen (Fälzen) werden. In der Zeit des Barock und im Historismus fand die Kunst der Profilierung wohl ihren Höhepunkt.

In unserer Tischlerei können wir eine Vielzahl von verschiedenen Profilen fräsen.

Auf obigem Foto sehen sie halbfertig gefräste Leisten aus Eiche und Esche mit einer kurvigen Auf-und-Abschwung-Fräsung (Karnis genannt). Aus diesen Leisten wird später der Kranz für unseren Kleiderschrank Franziska gefertigt.

Hier sehen sie einen Schrank mit Profilleisten: Kleiderschrank Franziska

Formverleimen

Das Formverleimen ist in der Bearbeitung von Holz eine Technik, um dauerhaft Holzbauteile zu biegen. Dem Holz kann auf diese Weise eine bestimmte, kurvige Form verliehen werden.

Dazu werden mehrere, einzelne Holzplatten mit einer Dicke von etwa 5mm bis 10mm auf eine Form gepresst. Die Form wurde eigens dafür vorher hergerstellt. Zwischen die einzelnen Holzlagen wird ein Klebstoff gegeben. Die Schraubzwingen erreichen einen sehr hohen Druck. Mittels Opferhölzer wird die Oberfläche des Rohlings vor dem Zerquetschen geschützt.

Nach dem Aushärten des Klebstoffes können die Zwingen wieder abgenommen werden. Der Biegerohling hat nun die gewünschte Form dauerhaft angenommen.

So entstehen in unserer Tischlerei gebogene Möbelfronten, Sockel oder Armlehnen für Stühle.

Hier können sie weitere Fotos sehen und noch mehr dazu lesen: Formverleimen von Massivholz

Schwalbenschwanzverbindung

Die Schwalbenschwanzverbindung ist eine alte Holzverbindung im Möbelbau. Auf dem Foto sehen sie eine schräg ausgeführte Schwalbenschwanzverbindung am Beispiel einer kleinen Trittleiter aus Kiefernholz.

Die Oberste Stufe ist mittels einer solchen Holzverbindung mit den Beinen verbunden.

Bis vor ca. 100 Jahren war diese Art der Verbindung von Massivhölzern sehr häufig. Damals hatte man nicht die technischen Möglichkeiten für exakt ausgeführte Dübelverbindungen. Außerdem war das Verhältnis der Kosten für die Arbeitszeit und das Material anders gewichtet.

Heute wird die Schwalbenschwanzverbindung weitgehend von der schneller herzustellenden Dübelverbindung abgelöst. Häufiger anzutreffen ist heutzutage immer noch die traditionelle Schlitz- und Zapfen-Verbindung.

Auf Wunsch stellen wir ihr Möbel in unserer Werkstatt mit einer traditionellen Holzverbindung her. Sprechen sie uns sehr gerne an.

Wimmerwuchs

Wimmerwuchs kann bei allen Bäumen entstehen. Am bekanntesten ist er mit Sicherheit beim Ahorn. Denn die Böden von Holzstreichinstrumenten (Geige, Cello, Bratsche) bestehen oft aus wimmrig gewachsenen Ahornholz. Sie verleihen den edlen Instrumenten eine besondere Schönheit.

Auf obigem Foto sehen sie ein Holzmuster mit Wimmerwuchs im Kirschbaumholz. Die unregelmäßig quer zur Faser verlaufenden hellen Lichtreflexe verändern ihre Position je nach Blickwinkel des Betrachters. Das Holz bekommt dadurch eine optische Tiefenwirkung. Es sieht fast wie ein wellig hin gelegter Samtstoff aus.

Wimmerwuchs entsteht durch das wellige Wachstum der Holzfaser.

Bis heute ist nicht genau geklärt, warum ein Baum anfängt wimmrig zu wachsen und sein Nachbar der gleichen Art nicht. Zu beobachten ist lediglich ein häufigeres Auftreten im Hochgebirge.

Ein Möbel mit wimmerwüchsigem Holz kann besonders schön sein.

Dreischichtplatte

Eine Dreischichtplatte aus Massivholz besteht aus drei flächig übereinander verleimte Schichten Holz. Alle drei Schichten können gleich dick sein. Es ist auch möglich, dass die äußeren Lagen dicker oder dünner sind wie die Mittellage. Um das Geradebleiben der Platte zu gewährleisten ist jedoch eine identische Dicke der äußeren Lagen unbedingt notwendig.

Die einzelnen Massivholzlagen dieser Platte werden unter Beachtung der Faserichtung kreuzweise zu einander verleimt. Alternativ kann die Mittellage auch aus Furniersperrholz (Multiplex) oder z.B. aus MDF bestehen. Die beiden äußeren Lagen müssen jedoch eine gleiche Faserverlaufsrichtung haben.

Auf dem Foto sehen sie links eine Dreischichtplatte aus Holz vom Kirschbaum mit Multiplexmittellage, dann eine Platte aus Holz vom Nussbaum, eine Platte aus Lärche, eine Fichtenholzplatte mit Buchenholzanleimer und eine Dreischichtplatte aus Fichte roh, unbehandelt.

Die Fichtenholzplatten werden industriell hergestellt und können z.B. für den Korpus eines Einbauschrankes Verwendung finden. Die Dreischichtplatte aus Kirsche, Nussbaum und Lärche wurde in unserer Tischlerei auftragsbezogen individuell hergestellt.

Um die Schichtung der Platte am Möbel unsichtbar zu machen kann ein Anleimer aus dem selben Holz oder aus einem anderen Holz exakt und nahtlos angebracht werden.

Die Vorteile der Dreischichtplatte sind deren zuverlässige Planheit. Das Massivholz kann nicht mehr arbeiten. Somit wird das Krummwerden der Platte unterbunden. Ein weiterer Vorteil ist die starke Dicke der Nutzungsfläche. Eine Dreischichtplatte kann mehrfach abgeschliffen werden. Der Nachteil dieser Plattenart liegt in der Mehrarbeit bei der Herstellung im Vergleich zur einschichtigen Leimholzplatte.

Sehen sie hier ein Möbel, welches unter Verwendung einer Kirschholzdreischichtplatte gebaut wurde: Sitzbank aus Kirschbaumholz

Eiche

knorriger Stamm von tausendjähriger Eiche

Die Eiche, Stieleiche (Quercus robur) wird in die Familie der Buchengewächse (Fagaceae) eingeordnet. Sie ist ein in Deutschland sehr bekannter Baum. Viele Wappen zieren ihre Blätter und sogar auf der Rückseite der Centmünsen wird sie symbolisch dargestellt.

Die Eiche wird 50 Meter hoch und erreicht ein Höchstalter von 1300 Jahren. Auffallend ist ihr knorriger Wuchs. Die Früchte, Eicheln, werden von Kindern zum spielen und von Tieren zum essen geschätzt.

Das Eichenholz hat ein Gewicht von 860 kg pro Kubikmeter. Es ist gerbsäurehaltig. Somit eignet es sich für Konstruktionen im Außenbereich. Die eichenen Rotweinfässer geben dem guten Tropfen erst die richtige Note. Eichenholz ist ein sehr begehrtes und geschätztes Holz. Es lässt sich wunderbar zu Möbeln verarbeiten.

Möchten sie mehr über den Baum und die Holzart erfahren?

Eine Zusammenstellung einheimischer Holzarten finden sie hier: Holz vom einheimischen Baum

Zirbe

Zweig und Nadeln mit Tautropfen einer jungen Zirbe Pinus Cembra

Die Zirbe (Pinus cembra), oder Zirbelkiefer bzw. Arve, gehört in die Familie der Kieferngewächse (pinaceae) und hat über 100 verwandte Arten. Die Zirbe kommt in den Alpen und Karpaten vor. Dort wächst sie bis an die Baumgrenze heran.

Das Zirbenholz hat ein Gewicht von 510 kg pro Kubikmeter. Es hat eine gelbliche Farbe. Lebendig erscheinen rötliche und bräunliche Streifen in der Maserung. Das Zirbenholz duftet sehr gut. Dies kommt durch ein ätherische Öl namens Pinosylvin zustande. Das ätherische Öl ist auch auf natürliche Weise keimreduzierend und zugleich ein Holzschutzmittel.

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Ulme

Feldulme Blatt mit geflügelten Nüssen, Ulmus minor

Die Ulme, im speziellen die Feldulme (Ulmus minor) gehört in die Familie der Ulmengewächse (Ulmaceae) und hat 20 verwandte Arten. Die Feldulme kann als Baum und auch als Strauch wachsen. Ihre saftigen Blätter wurden früher z.B. an Schafe verfüttert. Heute ist die Ulme ein recht seltener Baum geworden. Der eine Pilzkrankheit übertragende Ulmensplintkäfer hat die Baumart seit nunmehr 80 Jahren sark reduziert.

Die Feldulme erreicht eine Höhe von 40 Metern und ein Alter von 500 Jahren. Ihre Blätter werden oft mit Buchenblättern verwechselt. Die rotbraunen Blüten erscheinen im März bis April. Im Mai und Juni entwickeln sich die auffälligen grünen Samen, die von zwei breiten Flügeln umgeben werden.

Das Holz der Ulme hat ein Gewicht von 690 kg pro Kubikmeter. Im Fachchargon wird es Rüster genannt. Seine Farbe ist dunkelbraun bis rötlich. Die Holzporen haben eine optische Ähnlichkeit mit Eichenholz. Es ist hart und elastisch und wird daher nicht nur zum Sport-Bogen-Bau verwendet, sondern eingnet sich hervorragend für den Bau von Tischen, Stühlen, Bänken und anderen feinen Möbeln.

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Robinie

Die Robinie (Robinia pseudoacacia) gehört in die Familie der Schmetterlingsblütler (Fabaceae) und hat 20 verwandte Arten. Ursprünglich stammt dieser Baum aus Nordamerika.

Die Robinie erreicht eine Höhe von 25 Metern und ein Höchstalter von 200 Jahren. Seine zahlreichen und großen Blüten duften im Frühjahr sehr gut und bieten vielen Insekten Nektar. Dieser Baum hat spitze Dornen und alle Pflanzenteile sind giftig.

Das Holz der Robinie hat ein Gewicht von 700 kg pro Kubikmeter. Es ist elastisch und ähnelt in seiner Struktur etwas dem Eichenholz. Farblich ist das Holz nach dem sägen und schleifen fast etwas grünlich. Das UV-Licht der Sonne verwandelt es nach einiger Zeit in ein dunkleres Braun.

Robinienholz hat einen sehr hohen Gerbsäuregehalt. Dieser wirkt der Verottung und dem Insektenbefall entgegen. Daher ist das Holz sehr gut für den Außenbereich geeignet. Natürlich kann es auch für die Herstellung von Möbeln verwendet werden.

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Pflaume

Detail Frucht, Pflaume, Zwetschge und Blatt am Pflaumenbaum, der Zwetschge (Prunus domestica)

Der Pflaumenbaum, auch Zwetschge oder Zwetsche (Prunus domestica) wird in die Familie der Rosengewächse (Rosaceae) eingeordnet. Die Pflaume wurde ebenfalls von den Römern in Mitteleuropa verbreitet. Ihre Wildform stammt ursprünglich aus Vorderasien.

Der Baum erreicht eine Höhe von 8 Metern und ein Alter von 200 Jahren. Natürlich sind uns allen seine leckeren Früchte bekannt, die im September reifen.

Das Pflaumenbaumholz hat ein Gewicht von 750 kg pro Kubikmeter. Es hat eine lebendige Maserung. In der Mitte des Stammes ist das Holz dunkelbraun, fast violett und zum Rand hin, im Splintholz, ist es hellgelb. Aus dem feinporigem Holz lassen sich wunderbar schöne Möbel bauen.

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