Schwalbenschwanzzinkung

Die Schwalbenschwanzzinkung

Die Schwalbenschwanzzinkung ist eine in sich verschränkte, formschlüssige Zinkung. Sie hält Holzplatten, Zarken, Stege oder sogar Balken zusammen.

Im Gegensatz zur Fingerzinkung ist die Schwalbenschwanzverbindung durch ihre Schräge Ausführung haltbarer. Außerdem wird die Oberfläche für die Verleimung vergrößert.
Die Schwalbenschwanzzinkung besteht aus den Schwalben und den Zinken.
Die Schwalbenschwänze (umgangssprachlich abgekürzt Schwalben) sind nach ihrer Form benannt. Ihr Gegenspieler sind die Zinken.
Diese Zinkungsart wurde früher sehr häufig verwendet um kastenförmige Möbel aus Holz zusammen zu fügen.
Fast jeder Schrank, jede Kiste, jede Truhe und jede Sitzbank wurde auf diese Art und Weise hergestellt.

Auch heute wird die Schwalbenschwanzzinkung für stark belastete Möbel verwendet.
Vor allem wird sie jedoch wegen ihres schönen Aussehens geschätzt. So kann sie gut an hochwertigen Schreibtischen, Kommoden oder Hockern eingesetzt werden.

Welches Werkzeug brauche ich um eine Schwalbenschwanzzinkung herzustellen?

Um eine solche Zinkung her zustellen wird ein stabiler, vibrationsarmer Arbeitstisch mit Spannvorrichtung benötigt. Alternativ können auch Schraubzwingen zu Halten des Holzes verwendet werden. Weiterhin wird benötigt:

  • ein Streichmaß
  • spitze Bleistifte
  • ein großer Winkel und ein kleiner Winkel
  • eine Stellschmiege
  • eine feine Säge
  • verschiedene Stemmeisen (auch Stechbeitel genannt)
  • Hammer oder Holzklöpfel

Die Zinkung planen

Die Anzahl und die Größe der Zinken und Schwalben richtet sich immer nach der Dicke des verwendeten Holzes und der Breite der zu verbindenden Möbelteile. Ebenso spielen ästhetische Gesichtpunkte eine Rolle.
Die Zinkung wird zunächst auf einem Papier oder einer Platte probehalber aufgezeichnet. (der Fachmann sagt aufgerissen)

Am Rand befinden sich immer halbe Zinken. Dann wechseln sich die Schwalben und die Zinken ab. Es sind immer zwei Randzinken und zusätzlich gibt es immer eine Schwalbe mehr wie Zinken.
Eine günstige Neigung für die Schrägen sind 12 Grad.

Ich zeichne die Aufteilung immer an der Basis der Schwalben an. Eine mögliche Aufteilung bei einem 40 cm breitem Möbel mit einer Materialstärke von 40 mm habe ich auf dem Foto dargestellt.

An welches Möbelteil kommen die Schwalben und an welches die Zinken?

Wirklich formschlüssig und auch, rein theorethisch, ohne Leim haltbar ist die Schwalbenschwanzzinkung immer nur in eine Richtung z.B. nur nach oben, oder nur zur Seite.
Ansonsten könnte sie beim Verleimen auch nicht zusammen gesteckt werden.

Die Wahl in welches Teil die Schwalben kommen kann unter konstruktiven Gesichtspunkten und unter ästhetischen Gesichtpunkten getroffen werden. Manchmal kommen beide Aspekte nicht überein und man muss sich entscheiden, was wichtiger ist.

Konstruktiv günstig wäre, wenn bei einem Tisch die Schwalben in den Seiten sind. Damit beim beim Anheben des Tisches an der Platte die Seitenteile maximal fest halten.
Bei einem Schubkasten würde man die Schwalben in die Seitenteile einarbeiten. Durch das vielfache Öffnen und Schließen ist die größte Belastung des Kastens an der Frontblende.

Was wird zuerst gefertigt, die Schwalben oder die Zinken?

Ich entscheide mich immer dafür die Zinken zuerst her zu stellen und diese hernach auf das Gegenstück zu übertragen. Anders herum wäre es wohl auch möglich.

Dafür wird auf das Hirnholz des richtigen Werkstückes das aufgerissen, was vorher probehalber auf dem Papier geplant wurde. Rechtwinklich werden die Risse auf beiden Seiten des Werkstückes weiter geführt. Die Tiefe wurde vorher mit dem Streichmaß umlaufend markiert.

Ich empfehle eindrinklich nun alle Felder mit einem Kreuz zu markieren, welche entfernt werden sollen. Selbst Profis würde sonst im Eifer des Gefechtes schnell eine Verwechlung passieren und dann wäre das ganze Werkstück ruiniert.

Das Ausarbeiten der Zinken

Die Zinken werden mit einer feinen Säge eingesägt. Ideal ist aus meiner Sicht eine japanische Dozuki Säge.

Ich empfehle danach mit einem Bohrer den Großteil des Materials heraus zu holen. Eine Ständerbormaschine ist natürlich von Vorteil, sofern eine zur Verfügung steht. Mit etwas Vorsicht und Übung geht dies auch mit dem Akkuschrauber.
Danach wird das restliche Holz mit dem Stechbeitel herausgestemmt.

Nun wird das fertige Möbelteil auf seinen Gegenspieler gestellt, fest gehalten und es werden die Zinken mittels eines spitzen Bleistiftes exakt übertragen.

Nun erfolgt das Ausarbeiten der Schwalben, beginnend wieder mit dem Sägen. Diesmal ist besondere Achtsamkeit darauf zu legen, an welcher Stelle der Sägeschnitt verläuft: auf dem Strich, neben dem Strich, den halben Strich stehen lassend?
Genau an der richtigen Stelle, so dass die Zinken möglichst fugenlos hineinpassen. Nicht zu eng, ansonsten wird das Holz aufgespalten.

Die Schwalbenschwanzzinkung sollte idealerweise so gearbeitet sein, dass nach dem Verleimen das Hirnholz leicht übersteht. Das vereinfacht das Verputzen und Schleifen der Verbindung im Nachgang erheblich.

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